Mit Mut und Visionen zur Nummer eins in der Region

Alles zur Gründung, den ersten Erfolgen, den erfolgreichen Frauen, dem späten Männer-Aufschwung und der Corona-Krise

 

Wir sind stolz darauf, der älteste eigenständige Tischtennisverein der Region um Eschwege zu sein, der trotz seiner weit über 50 Jahre bemerkenswert jung geblieben ist: im Denken der Führung und in den sportlichen Erfolgen seiner Sportlerinnen und Sportler sichtbar. In den fünf Jahrzehnten hat sich der TTC sehr gut entwickelt, ist zu einem der leistungsstärksten Clubs der Region gewachsen, in dem sowohl der Leistungs-, wie auch der Breitensport gefördert werden.

 

Eine Chronik von Siegfried Furchert (Vorsitzender 1963 bis 2016) und Nico Beck (seit2016)

Im Gasthaus Ruelberg gegründet

Wir, der 1962 gegründete Tischtennisclub Albunge,  sind der älteste selbstständige Tischtennisverein im ehemaligen Altkreis Eschwege: Bis zum Januar 1962, als 27 vom Tischtennis begeisterte Albunger im Gasthaus Ruelberg (heute: WerraSide Inn) diesen Club gründeten, gab es nur den Vereinen in Eschwege und Umgebung angeschlossene Abteilungen, die sich mit ihren Aktiven zum Wettkampf stellten. Der TTC Albungen war der erste Club, der sich auf eigene Füße stellte, und der, das kann man mit berechtigtem Stolz behaupten und wie viele Aktivitäten und großartige Leistungen bestätigen, in den 53 Jahren seines Bestehens bemerkenswert jung geblieben ist. 

Ärger mit dem Radfahrerverein

Im Saal gespielt: Wolfgang Schnell (links) und Peter Just.
Im Saal gespielt: Wolfgang Schnell (links) und Peter Just.

Genau genommen könnten die Albunger bereits den 54. Geburtstag feiern, denn die ersten Ballkontakte hatten die Tischtennisfans schon 1961 unter dem Dach des Radfahrvereins Edelweiß Albungen. Und das kam so: Edgar Elbrecht war es, der vor 45 Jahren in Albungen die Begeisterung für den Tischtennissport weckte. Edgar Elbrecht machte in dem Eschweger Industriebetrieb Raussendorf Bekanntschaft mit Schläger und Zelluloidball. Elbrecht: "Ein sportbegeisterter Chef stellte für uns eine Tischtennisplatte auf, an der wir in den Pausen spielen konnten. Das gefiel mir so gut, dass ich so etwas auch in Albungen organisierte". Interessenten fand Edgar Elbrecht schnell.

Die Gruppe schloss sich dem Radfahrverein Edelweiß an, und nachdem der RV-Vorsitzende und Schreinermeister Fritz Berneburg die erste Platte zimmerte, flogen im Gruppenraum der neuen Schule, heute das Dorfgemeinschaftshaus, die Bälle.

Auch zu den ersten Punktspielen traten die Albunger 1961 noch als Radfahrverein an, als das Team mit Jürgen Bartholomäus, Rolf Wiegand, Peter Schümann und Lothar Furchert im ersten Serienspiel beim TV Schwebda mit 4:7 unterlag. Kein Auftakt nach Wunsch, aber die ersten Erfolge ließen nicht auf sich warten: Am 21. November 1961 siegte das RV-Team recht deutlich 7:1 gegen SV 07 Eschwege IV, wenig später 7:2 gegen Rot-Weiß Bischhausen. Verständlicher Jubel unter den Albunger Youngstern, der das Feuer der Begeisterung weiter schürte. Die Spielberichte dieser ersten Partien sind übrigens immer noch vorhanden.

Der erste Erfolg motivierte. Die Albunger trainierten eifrig und da schlagartig ein Mitgliederzulauf einsetzte, war der Trainingsraum in der Schule bald viel zu klein. Rolf Wiegand, einer der Albunger Tischtennis-Pioniere und als einziger aus dieser 1961-er Mannschaft heute noch aktiv: "Alle wollten, aber immer nur zwei oder vier konnten an der einen Platte spielen. Wir mussten uns etwas überlegen". Also suchten sich die TT-Fans eine neue Bleibe – und fanden sie im Saal des Gasthofes "Heiligenstein".

 

Eine Idee in die Tat umgesetzt

Das wiederum gefiel den damals Verantwortlichen des Radfahrvereines nicht. Willi Brüssler, ebenfalls Spieler der ersten Stunden: "Wir fanden damals wenig Unterstüt-zung beim Vorstand des Radfahrvereins – der Zirkus ging los!". Da aber die "zornigen jungen Männer" der TT-Abteilung nicht nachgaben, war die Trennung vom RV Edelweiß unvermeidlich. Rolf Wiegand erinnert sich: "Die Idee eines eigenen Vereines fand begeisterte Anhänger – sie war bald in die Tat umgesetzt".

Heute, vier Jahrzehnte später, erweist sich die sportliche Trennung vom Radfahrverein immer noch als richtig. Die Unstimmigkeiten von damals sind allerdings längst vergessen, Tischtennis- und Radfahrverein Edelweiß pflegen heute eine friedlich-freundschaftliche Nachbarschaft.

Das Protokoll der Gründungsversammlung am 1. Januar 1962 verrät, dass sich 27 Frauen und Männer anmeldeten, die Theo Münkel zum 1., Erwin Schill zum 2. Vorsitzenden und Rolf Wiegand zum Kassenwart wählten, der dieses Amt auch im 50. Jahr noch bekleidet.

Die erste eigene Tischtennisplatte schaffte sich der TTC nach einer Spendenaktion an. Der Aufschwung ließ nicht lange auf sich warten, zumal der TTC bald regen Zulauf von jungen Akteuren aus den umliegenden Gemeinden (Jestädt, Wellingerode, Abterode) registrierte. Und einen neuen Vorsitzenden wählten die Mitglieder auch: Von 1964 an bis heute, nunmehr 48 Jahre, führt Siegfried Furchert den Verein.

Unsere Frauen: Die größten Erfolge der Vereinsgeschichte

Seit der Vereinsgründung spielen Frauen und Mädchen gleichberechtigt bei TTC. Und die Damen waren es bisher auch, die für die größten Erfolge der Vereinsgeschichte gesorgt haben. 

 

Mehr zu der Geschichte der TTC-Damen lest ihr hier

Unsere Männer: Mehrmals vor über 100 Zuschauern

Vom Gewinn der Landrat-Höhne-Plakette im Jahr 1964 bis zum Aufstieg erstmaligen Aufstieg in die Verbandsliga 2017: Gespielt haben die Männer beim TTC schon immer - und das auch erfolgreich. 

 

Mehr zur Geschichte der Herren lest ihr hier


Das Corona-Drama im Jahr 2020

Die Corona-Krise hat ab März 2020 die ganze Welt auf die Probe gestellt. Und damit auch unseren TTC. Zunächst wurde der Spielbetrieb der Saison 2019/20 unterbrochen - für einige wenige Wochen, so wurde gehofft. Jedoch war schnell abzusehen, das die Auswirkungen des Virus und die Entwicklung der Pandemie eine Rückkehr in den Spielbetrieb vorerst unmöglich machen würden. Und so wurde die Spielzeit mit dem aktuellen Spielstand abgebrochen. Ein Novum in der Geschichte unseres Sports. 

Dank vieler guter Ideen des Vorstandes und eines ausgefeilten Hygienekonzeptes waren es unsere Tischtennisspieler, die ab Mai 2020 aber schon wieder an den Tischen standen. Zwar nur an unseren eigenen und in ungewohnt kleinen Trainingsgruppen, aber der Verein war froh, seinen Mitgliedern die Rückkehr in den Trainingsbetrieb ermöglicht zu haben. Als einer der ersten, wenn nicht sogar als erster Tischtennisclub der Region. 

Die folgenden Monate aber waren eine Achterbahnfahrt, in der sich Hoffnung und Rückschläge abgewechselt hatten, eine Aufnahme des Spielbetriebs wurde vonseiten des HTTV aber dennoch forciert. Im September startete die Saison 2020/21 unter ganz speziellen Corona-Auflagen. Aber nur wenige Wochen später der nächste Lockdown - und der sollte für den Sport das endgültige Aus bedeuten. Die Spielzeit wurde zum 1. November unterbrochen und im Februar 2021 für ungültig erklärt.